Mittwoch, 10.12.2025 21:34 Uhr

Rodney Smith-Fotografia – tra reale e surreale

Verantwortlicher Autor: Prof.Dr. Peter Schroeder Rovigo, 17.11.2025, 10:47 Uhr
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Eingang des Palazzo Roverella
Eingang des Palazzo Roverella  Bild: Schroeder

Rovigo [ENA] „An alle, die sich abmühen, Fotos zu machen: Das Leben, das ihr führt, besteht nicht nur aus Bildern. Das sind die Symptome, die Spiegelbilder eures Lebens. Es ist das, was in euch steckt, das euch zu Fotografen macht und nicht einfach zu jemandem, der Fotos macht. Das ist ein Kampf ums Leben.

Das Talent besteht darin, einen Weg zu finden, es auf eigene Faust zu schaffen.“ Diese Aussage traf Rodney Smith im Februar 2010 und heute findet sie sich in einer Ausstellung, die diesem amerikanischen Photographen im Palazzo Roverella in Rovigo gewidmet ist. Rovigo ist eine Stadt mit knapp 50.000 Einwohnern, 40 Kilometer südwestlich von Padua und über die A13 (Bologna-Padua) oder von Westen kommend, von Verona aus über die SS434 gut zu erreichen. Die Stadt hat einige sehenswerte Gebäude, darunter den Palazzo Roverella. Er wurde Mitte des 15. Jahrhunderts von Erzbischof Bartolomeo Roverella geplant und gebaut und ist nach ihm benannt. Der Palast wurde im Renaissancestil errichtet und dient heute als Kunst- und Archäologiemuseum der Stadt

sowie als Veranstaltungsort für Ausstellungen. Die Sammlung der Pinacoteca reicht von der Gotik bis zu Giovanni Bellini (1437 – 1516), von der venezianischen Kunst des 16. Jahrhunderts bis zur Theatralik des 17. Jahrhunderts und umfasst die Werke der bedeutendsten venezianischen Maler des 18. Jahrhunderts. Die Gemäldesammlung bietet einen geradezu lehrbuchartigen Überblick über die Kunstgeschichte, die auf der Leidenschaft für die Malerei mehrerer Adelsfamilien aus Rovigo und ihren Schenkungen beruht.

Darüber hinaus hat sich der Palazzo Werken führender Photographen des 20. Jahrhunderts gewidmet: Robert Doisneau, Robert Capa, Tino Modotti oder Henri Cartier-Bresson und setzt diese Tradition mit Photographien vonRodney Smith in die-sen Wochen fort. Für Italien ist es die erste Ausstellung. Parallel zeigt eine Ga-lerie im schwedischen Halmstadt seine Photographien. In Deutschland ist eine erste Ausstellung in der Heilbronner Kunsthalle Vogelmann im Herbst 2026 ge-plant. Ermöglicht wird die Ausstellung in Rovigo von der Fondazione Cassa die Risparmio die Padua e Rovigo zusammen mit der Gemeinde Rovigo und der Accademia dei Concordi, unterstützt durch Italien größtes Kreditinstitut der In-tensa Sanpaolo S.p.A.

Rodney Smith wurde am 24. Dezember 1947 in Manhattan, New York, geboren. Sein Vater Sanford Smith war Vorstand einer Reihe von Unternehmen der Modebranche. Smith erinnert sich: „Stilbewusstsein, Sinn für Proportionen, Sinn für Schönheit und Sinn für Anmut – all diese Dinge waren in meiner Erziehung sehr wichtig.“ Er startete in eine völlig andere Richtung mit einem Abschluss in Theologie an der Yale-University im Jahr 1973, wonach er nach einem Aufenthalt in Israel kurzfristig als außerordentlicher Professor für Photographie arbeitete. Im Laufe seines beruflichen Lebens wurde die Modephotographie einer seiner Schwerpunkte. Er begann mit einer Leica M4, sein Hauptwerk entstand mit einer Hasselblad und einem 80 mm Objektiv, hauptsächlich

Selbstbildnis mit seiner Frau Leslie Smolan

in Schwarz-Weiß bis er um 2002 auf Farbfilme wechselte. Seine Arbeiten gelten als klassisch, minimalistisch und skurril. Rodney Smith starb, 68-jährig, am 5.12.1016. Die Ausstellung zeigt einen großen Photographen, dessen Werk sich durch klas-sische Eleganz, strenge Komposition seiner Bilder mit surrealer Ironie aus-zeichnet und Parallelen zu den Arbeiten von René Magritte hervorrufen. Smith verband mit seinen nie retuschierten Aufnahmen Porträt und Landschaft und konnte so zauberhafte Welten voller Widersprüche und Überraschungen schaf-fen. Natürliches Licht und die Wahl entsprechenden Filmmaterials gepaart sorg-fältiger Arbeit sind unverwechselbare Kennzeichen seiner Bilder.

Er war Schüler des großen amerikanischen Photographen Walker Evans, der selbst im Gegensatz zu Edward Steichen und Alfred Stieglitz stand. Einflüsse von Ansel Adams und Ideen der Photographen Margaret Bourke-White, Henri Cartier-Bresson oder William Eugene Smith charakterisierten seine Arbeiten, die von großen amerikanischen Journalen wie „Time“, „Wall Street Journal“, „The New York Times“, „Vanity Fair“ übernommen wurden.

Bis er Anfang des neuen Jahrtausends begann, in Farbe zu photographieren, galt seine spät, 2010, geäußerte Auffassung: „Für mich gibt es nichts Vergleichbares wie die Schwärze und üppige Intensität von Schwarz-Weiß. Es ist eine Abstraktion durch Hinzufügen. Sehen Sie, in Schwarz-Weiß gibt es mehr Farbe als in Farbe.“ Die Ausstellung in Rovigo, von Anne Morin kuratiert lässt diese, seine Sichtweise erleben. Rodney Smith Bilder, er selbst Student der Theologie und Philosophie und auf ständiger Suche nach dem Sinn des Lebens, konnte mit der Photographie seine Sprache finden, mit der er sich am besten ausdrücken konnte.

Die Ausstellung ist in sechs thematische Abschnitte unterteilt: „Die göttliche Proportion, Schwerkraft, Ätherische Räume, Durch den Spiegel, Zeit und Beständigkeit, Übergänge“. Sie bietet dem Betrachter die Chance, sich von der humorvollen, anmutigen und optimistischen Welt des Fotografen Rodney Smith bezaubern zu lassen. Die Ausstellung läuft bis zum 1.Februar 2026

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