Mittwoch, 10.12.2025 21:27 Uhr

Val Roseg – ein Herbstspaziergang

Verantwortlicher Autor: Prof.Dr. Peter Schroeder Pontresina, 19.10.2025, 13:10 Uhr
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Val Roseg mit Gletscher
Val Roseg mit Gletscher  Bild: Schroeder

Pontresina [ENA] Wer am Nachmittag per Bahn oder Automobil Pontresina erreicht, um das Val Roseg zu erwandern, kann sich einen ersten Blick gönnen: Auf dem Weg zum Unteren Schafberg auf der gegenüberliegenden Talseite lässt sich in einer halben Stunde das Sonnenplateau Crast´Ora erreichen,

von wo der Blick ins Val Roseg und die umliegenden Berggipfel schweift. Wenn der „Engadin-Kulturguide Nr. 3“ von der alpinen Ruhezone mit idyllischem, wohlriechendem Wald und dem Rauschen Ova da Roseg, dem Rosegbach, schwärmt, der vom Tschiervalgletscher gespeist wird, tut er das zu Recht und zu Unrecht. Hinweistafeln weisen ab und an gemeinsam mit Erklärungen für Flora und Fauna in diesem langstreckigen Ort der Stille hin. Das Tal ist etwa 12 km lang und „mündet“ im höchsten Teil des Talbodens in den anderthalb Kilometer lan-gen See Lej da Vadret auf 2160 Metern. Wer den See erreicht hat, hat knapp 400 Höhenmeter überwunden, das Hotel-Restaurant Roseg Gletscher passiert, das auf dem Rückweg zur Rast einlädt.

Hinweise für faires Verhalten
Erklärungen zu Fauna und Flora
Wildschutzzonen-Hinweis

Es heißt auf Wikipedia, dass das Tal weitgehend unberührt sei, es sei autofrei (was richtig ist, abgesehen von Versorgungsfahrten für das Hotel) und nur „sanft touristisch genutzt für Wanderungen, Langlauf etc.“ An einem Mittwoch Mitte Oktober ist der Fahrweg eher am früheren Vormittag und Temperaturen um 50 Grad Celsius „sanft touristisch“ genutzt. Auch nur ein oder zwei Kutschen überholen den Wanderer und für den Mountain-E-Biker gilt der Hinweis, dass Wanderer den Vortritt haben: „Steig ab, wo es eng wird“. Das wird es, wenn der Tag fortschreitet. Für den Wanderer empfiehlt sich dann der etwas längere, fahrradfreie Wanderweg, der sich am winterlichen Loipenverlauf orientiert. Vorherrschend ist die alpine und subalpine Vegetation

Herbstwald
Brücke über den Rosenbach
Pferdeomnibus zum Hotel

mit jetzt herrlich verfärbten Arven- und Lärchenwäldern. Die Weiden sind in dieser Zeit ungenutzt und gehören ausweislich einer Mitteilung des Churer Am-tes für Natur und Umwelt zum nationalen wie regionalen Aueninventar, wo während einer 95 Tage dauernden Weidsaison 51 Kühe weiden. Nach dem Start in Pontresina passiert man die Alp Prüma, die Alp Surovel, die Alp Misaun, die mit der vorgenannten gemeinsam bewirtschaftet wird und schließlich die Alp Ota. Der Alm-Experte unter den Wanderern weiß um die Dietl-Einheiten, mit denen sich Fettweiden im Talgebiet, Magerweiden im mittleren Abschnitt des Tales, Trocken- und Halbtrockenweiden auf bald 2000 M Höhe unterscheiden lassen, die aber zu dieser Jahreszeit in einem aus Rinderaugen

wenig schmackhaftem Grün-Grau Wander- und Fahrweg umgeben. Beide Wege liegen links und rechts des Rosegbaches, den sie an einigen Stellen auf Brücken queren. Seine Quelle liegt im Lej da Vadret auf einer Höhe von 2.160 Metern über dem Meeresspiegel beziehungsweise im darüberliegenden Roseggletscher. Auf seinem Weg durchs Rosegtal nimmt der Rosegbach ver-schiedene Bäche von beiden Talseiten auf: die Ova Piz Corvatsch und anschlie-ßend die Ova Alp Ota. Der Bergbach fließt in nördlicher Richtung durch das Tal und nimmt bei der Alpe Prüma wiederum von links die Ova Rosatsch auf. Am Ende des Tals fließt die Ova da Roseg am Bahnhof von Pontresina vorbei, macht noch eine Rechtskurve und vereinigt sich schließlich auf 1.756 m mit dem Berninabach

Restaurant Hotel Roseg Gletscher
Impression aus dem oberen Tal
Hinweis auf Bergrutsch

zur Flaz, der wiederum nördlich des Flugplatzes in Samedan in den Inn mün-det. Wer es genau wissen möchte, dem sei mit GEWISSNR 8897 geholfen, der Schweizer Gewässerlaufnummer. Die auf manchen Internetportalen versprochenen Gämsen sind man eher nicht, dazu ist mit fortschreitender Tageszeit der „Verkehr“ zu groß und auf dem Fahrweg raufen sich dann doch Mountainbiker mit Spaziergängern und der ge-legentlichen Kutsche. Wie erwähnt, eröffnet der Wanderweg eine schöne Passa-ge durch den herbstlich gefärbten Lärchenwald.

Am 14. April 2024 kam es zu einem Bergrutsch, bei dem zwischen acht und neun Millionen Kubikmeter Fels, Geröll, Schnee und Eis von der Nordwest-wand des Piz Scerscen 5 km bis hinunter ins Val Roseg rutschten. Personen- oder Sachschaden entstanden nicht. Unter Berücksichtigung der auf Tafeln an-gegebenen Hinweise seien Gefahren für Nutzer des Tales so gut wie ausge-schlossen. Verändert hat sich diesbezüglich auch nicht viel. Die Wanderwege im höheren Gebiet blieben offen, zwei SAC-Hütten seien weiterhin zugänglich. Der Weg bis zum Hotel und ein paar Wanderminuten darüber hinaus ist diesbe-züglich ungefährlich, ein doch insgesamt ruhiger, farblich herrlicher Weg für einen Tagesausflug.

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